Virtuelles Projektmanagement Meeting Metropolregion Rhein-Neckar

Thema:  Let's Fix Project Management 

Gestern sagte einer unserer Kollegen zu mir: "Projektmanagement ist kaputt. Training ist kaputt." Seiner Meinung nach ist Projektmanagement kaputt, weil wir uns auf die falschen Dinge konzentrieren: Frameworks, Standards, Methoden, Zertifizierungen. Training ist kaputt, weil wir genau diese Themen anbieten und weiterhin glauben, dass es einen Projektmanager erfolgreich macht, wenn er ein oder zwei Tage lang etwas über einem Standard erfährt und ein paar Multiple-Choice-Fragen beantwortet, um ein "offizielles Zertifikat" zu erhalten.

So hart dies auch klingt und so schädlich dieser Kommentar für unsere eigenen Geschäftsmodelle auch sein mag, es ist die Wahrheit: sowohl die Diskussionen als auch der Großteil der angebotenen Schulungen rund um das Projektmanagement behandeln Frameworks, Methoden und Zertifizierungen - aber natürlich nicht ausschließlich. In letzter Zeit wird immer mehr Wert auf Soft Skills gelegt, die für den Erfolg im Projektmanagement von großer Bedeutung sind.

Dennoch gibt es nur sehr wenige Fähigkeiten, die in einem Tag vollständig erworben werden können, und nur sehr wenige Menschen, die so schnell lernen und ihr Gelerntes in nützliche Handlungen umsetzen können. Dies gilt insbesondere für Soft Skills. Aber meiner Meinung nach macht dies Schulungen nicht nutzlos. Sie sind eine wichtige Sensibilisierung für die Komplexität und Vielfalt der Fähigkeiten, Werkzeuge und Methoden, die für erfolgreiches Projektmanagement erforderlich sind - solange die Ausbildungsorganisation die Teilnehmer nicht glauben lässt und die Organisationen erwarten, dass es im Projektmanagement einen Zaubertrank gibt, den sie während der zweitägigen Schulung in die Hände bekommen.

Der Punkt, den der Kommentar "Projektmanagement ist kaputt. Training ist kaputt" aufwirft, ist meiner Ansicht nach, dass Projektmanagement als Beruf immer noch sehr unterschätzt wird. Es ist eine komplexer, multidisziplinärer Profession, der eine gesunde Mischung guter Ansätze erfordert, und zwar nicht nur beim Erwerb des breiten Spektrums von Fertigkeiten (die oft im Laufe des Projekts und bei auftretenden Herausforderungen ergänzt werden müssen), sondern auch bei der Erzielung eines ganzheitlichen Wertergebnisses bei gleichzeitiger Abwägung der Interessen der Beteiligten mit den Kosten und Investitionen. COVID-19 könnte uns die Gelegenheit bieten, Projektmanagement und Training zu verbessern, da es viele mentale und technologische Barrieren für neue Ansätze und Formen der Durchführung beseitigt hat. Dieser Vortrag ist daher eine Einladung, (noch) bessere Projektmanager und Trainer innerhalb der PM-Gemeinschaft zu werden.

Referentin: Arlette Dumont du Voitel

Arlette Dumont du Voitel ist Managing Partner der amontis consulting ag und Consultant, Interim Manager, Trainer und Coach in allen Bereichen des Change und Projektmanagements. Neben zahlreichen Zertifizierungen in diesen Bereichen hat sie Wirtschaftswissenschaften, Management, Design und Business Administration (MBA) in Frankreich, Australien und Deutschland studiert und in diesen Ländern auch gelebt und gearbeitet. Diese Diversität in Kombination mit der Zusammenarbeit mit Unternehmen unterschiedlicher Größe, Kulturen und Branchen führt bei ihr zu einem umfassenden Verständnis der Komplexität wirtschaftlicher Geschäftsstrukturen sowie der damit verbundenen menschlichen Interaktionen

Moderation: Jürgen Ruff

Location: Dieser Event wird virtuell durchgeführt.

  • Die Einwahldaten werden am 06.11. tagsüber versendet.
  • Bitte bis spätestens 05.11.2020, 23:59 Uhr anmelden.
  • Der Event ist auf 230 Teilnehmer begrenzt.

Anmeldung und weitere Informationen auf der PMIFC Webpage